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  • AutorenbildBenno Stäheli

Inklusion ist primär eine Frage der Einstellung

Aktualisiert: 16. Feb.



Wie ein früherer Bericht von 10vor10 zeigt, könnten schon heute drei bis vier Mal mehr Menschen mit Unterstützungsbedarf in den Schweizer Firmen eingestellt werden, wenn diese offen dafür wären. Es liegt also primär an der Einstellung der Firmenleitung oder HR-Abteilungen zum Thema Inklusion, und nicht in jedem Fall an grundlegenden Hindernissen in den Unternehmen.

 

Als gutes Beispiel dient im Betrag die Firma Marti AG Schreinerei & Schliesstechnik in Kappel bei Olten, die insgesamt 27 Mitarbeitende beschäftigt. Davon fünf mit einer schweren oder leichten psychischen Beeinträchtigung. Firmenchef Hans Marti bringt es im Interview auf den Punkt: «Geld ist nicht das Einzige, was zählt im Leben». Eine scheinbar abgedroschene Phrase, doch ist es genau diese Einstellung, die es braucht, um der Inklusion eine echte Chance zu geben. Engagement als Firmenkultur wäre nicht nur wünschenswert, sondern entscheidend, wenn man für Menschen mit Unterstützungsbedarf eine echte Inklusion erreichen will. Die meisten Firmen könnten eine gewisse Anzahl an Menschen mit Behinderungen einstellen, ist Marti überzeugt. Und er muss es ja wissen, wenn fast 25% der Belegschaft eine Beeinträchtigung haben.

 

Schön gibt es diese eindrücklichen Beispiele von Unternehmen, die sich der Inklusion von Menschen mit Unterstützungsbedarf aktiv annehmen. Dazu gehört auch die Zürcher Kantonalbank, die bereits sehr viel unternimmt, um Menschen mit Beeinträchtigungen eine echte Chance für eine Beschäftigung in der Bank, also im ersten Arbeitsmarkt zu geben. Und zwar mit massgeschneiderten Integrationsprogrammen. Der Arbeitsvertrag ist schnell geschrieben, viel anspruchsvoller ist das, was danach kommt. Diese Menschen haben individuelle und spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz und es wird immer auch im Team, in dem diese neuen Kolleginnen und Kollegen arbeiten, eine persönliche Anpassung und Entwicklung brauchen. So hat die Zürcher Kantonalbank zum Beispiel eine gehörlose Frau angestellt. Eine der internen Massnahmen: das gesamte Team lernt nun die Gebärdensprache, damit die Kommunikation unter Arbeitskolleginnen und -kollegen einfacher wird. Wir sind sehr beeindruckt, wie die Zürcher Kantonalbank die Inklusion integral lebt, und hoffen, dass wir in Zukunft noch viel mehr solche Geschichten von zahlreichen Schweizer Unternehmen hören werden.

 

Inklusion heisst nichts anderes als: «Jeder Mensch soll überall dabei sein können». Die Beispiele von einem KMU und einer Grossbank zeigen, dass es mit der richtigen Einstellung möglich ist, dies im Schweizer Arbeitsmarkt zu erreichen.


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